Haltung
Lamas sind hoch sozialisierte Herdentiere, die man nie in Einzelhaltung halten darf! Bitte bedenken Sie das beim Kauf, auch wenn Sie Lamas oder Alpakas als Beistelltier zu sich nehmen möchten.
Sie vertragen sich auch hervorragend mit allen anderen Tieren wie Pferden, Esel, Schafen oder Ziegen.
Ohne Training sind Lamas scheue Tiere. Sie sind dann zwar distanziert, aber sehr freundlich und immer interessiert an ihrer Umgebung.
Trainierte Lamas eignen sich vorzüglich als Begleiter bei Wanderungen und / oder als Lastenträger bei Touren im Gebirge, wobei sie ein Gepäck von etwa 30 kg mühelos transportieren können.
Als ruhiges, problemloses Haustier wird das Lama auch in unseren Breiten immer beliebter.
Kinder haben einen natürlichen Zugang zu diesen Tieren, da Lamas rücksichtsvoll und wie Kinder immer an Neuem interessiert sind.
Diese Eigenschaften machen Lamas auch zu sehr guten Therapietieren.
Nur unerzogene, falsch erzogene/geprägte, gequälte oder gefangene Tiere versuchen sich durch Spucken, Treten, Rempeln oder Beißen (ausschließlich geschlechtsreife Hengste) sich der ihnen unangenehmen Situation zu entziehen.
Behandeln Sie Ihr Lama / Alpaka mit dem ihm gebührenden Respekt und Einfühlungsvermögen und Sie werden gemeinsam mit diesen faszinierenden Tieren eine ungeahnte Welt des gegenseitigen Verständnis, der ausgleichenden Ruhe und der gemeinsamen Harmonie erleben.
Lamas sind Schwielengeher und haben nur zwei Zehennägel und weiche Fußballen.
Darum haben sie einen weichen Tritt und schonen die Grasnarbe. Das ist auch ein Grund warum sowohl Lamas als auch Alpakas – in Niederungen und im Gebirge – als Landschaftspfleger eingesetzt werden können.
Man kann sie als Nachweider von Rindern und Schafen einsetzen, da sie äußerst genügsam sind.
Lamas sind sehr reinliche Tiere und benutzen immer den gleichen Kotplatz. (wenn er sauber gehalten wird).
Man kann sie unbesorgt im Auto transportieren – es wird nicht verschmutzt.
Sie stellen sich gerne als Caddy auf dem Golfplatz zur Verfügung. (Keine Verunreinigungen, keine Grasschäden, ruhig und keine Ambitionen selbst golfen zu wollen).
Selbstverständlich gehen sie gerne shoppen, warten geduldig und bringen Ihre Einkäufe sicher nach Hause.
Sie lieben es zum Buschenschank zu gehen, da sie dort meist eine frische wunderbar duftende Wiese zum Fressen vorfinden und sehr häufig im Mittelpunkt der Kinder stehen. Später führen sie ihre Lameros gradlinig und zielsicher nach hause….
Da in ihrer natürlichen Heimat große Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht herrschen, sind diese Tiere auch bei uns sehr temperatur-unempflindlich.
Lamas benötigen unbedingt viel Auslauf – reine Stallhaltung ist strikt abzulehnen. Das Lama braucht einen nach drei Seiten geschlossenen Unterstand (Wetterseite), um sich vor schlechter Witterung und Hitze schützen zu können.
Für zwei erwachsene Tiere rechnet man mindestens 1000 m2 Weidefläche, für jedes weitere Tier sollten mindestens noch einmal je 100 m2 Grünfläche zur Verfügung stehen. Im Gehege sollte Baumbestand sein, damit die Lamas im Schatten der Bäume rasten und widerkäuen können.
Obstbäume sind ausreichend zu schützen, sie sind ein Leckerbissen für Lamas.
Durch Aufscharren des Bodens bereiten sich die Tiere selbst ihr Sandbad. In diesem wälzen sie sich genüßlich um lästigen Parasiten keine Chance zum Festsetzen zu geben.
Die Höhe des Zaunes sollte eine Mindesthöhe von 120 cm haben, wobei Stacheldraht absolut abzulehnen ist. (Verletzungsgefahr). Üblicherweise respektieren Lamas Zäune, aber sollte dem Tier Gefahr drohen – etwa durch einen streunenden Hund – so wurden auch schon 160 cm hohe Zäune übersprungen. In meinem LAMAHOF haben die Zäune für Alpakas eine Höhe von 140 cm, für Lamas von 160 cm.
Frisches Wasser muß den Lamas jederzeit zur Verfügung stehen, auch im Winter.
Im Sommer fressen Lamas und Alpakas das Gras ihrer Weide. Im Winter benötigt das Lama ca. 3 kg Heu als Futtergrundlage, das Alpaka ca. 2 kg (vom Körpergewicht abhängig). Zusätzlich sollte man im Winter etwa 100 – 200 Gramm Kraftfutter (gequetschtes Getreide) reichen.
Immer steht den Lamas ein Mineralstoff-Leckstein zur Verfügung – es gibt bereits spezielle Lama-Lecksteine, doch auch solche für Schafe sind brauchbar.
Im Winter werden meine Tiere ad libitum mit Heu gefüttert. Sie haben also jederzeit Heu zur Verfügung.
Zusätzlich sind die Tiere in der Winterstallung in zumindest zwei Gruppen unterteilt:
Laktierende und tragende Tiere bekommen selbstverständlich mehr Kraftfutter. Die Fohlen werden (damit Mama sich nicht vordrängt) während der Kraftfutterfütterung der Mütter extra gestellt und erhalten ihr eigenes Kraftfutter.
Erwachsene Lamas, Wallache, Hengste bekommen nur wenig Kraftfutter, damit sie nicht dick und faul werden.
Dieses Thema wird im Laufe der Zeit von mir erweitert!




