Gedichte und Gedanken

Gedichte sind kleine Einblicke in die Seele

lafnitzau3-190502d-web

Menschen / Leben

Jeder Mensch beeinflußt andere und wird von anderen beeinflußt. Ich möchte meinen Einfluß nutzen, damit die Welt menschlicher wird.

Beurteile einen Menschen lieber nach seinen Handlungen als nach seinen Worten; denn viele handeln schlecht und sprechen vortrefflich.

Du meinst, es sei wichtig,
über Getränke und Speisen zu referieren.
Du meinst, die Kleidung sei ebenso elementar bedeutsam
für deine Ausstrahlung,
wie dein Auto, die „designte“ Wohnungseinrichtung
und die „coole“ Mimik?
Na dann viel Spaß
in der Spielzeugabteilung des Lebens.
Aber:
Hände weg von meiner Seele!

Mir wird das nie passieren
Der mensch lebt wie er sichs eingerichtet.
Das leben…..
ist ihm durch so vieles vorgegeben.
Und er kann nicht anders – muß es leben
Das leben…..
Der eine lustig und fidel,
locker und leicht.
Der andre in seiner scheinwelt,
gaukelt sich was vor.
Der eine a bisserl mühseliger,
denkt vor und zruck.
Der andre nimmts schwerer,
versucht sich klar zu werden.
Der eine kämpft,
kann nicht zu sich selber finden.
Der andre hats aufgegeben.
Jaaaaa, was denn?
Das leben…..
Mir wird das nieeeee passieren
Mir kann das nieeeee passieren
Neinneinnein – nieeeee
tbq

mohn7-220602d-web

Freundschaft

Es gibt zwei Arten von Freunden: Die einen sind käuflich, die anderen unbezahlbar.

Ein Freund ist jemand der auf dich zugeht, während die übrige Menschheit dich gerade im Stich lässt.

Du bist mein Freund
Unsere Tränen machen den Regenbogen
Mit schillernden Farben
Jede Farbe hat ihre Bedeutung
Sie stehen für dich und für mich
Lange genug am Himmel
Um uns das Kostbarste zu sagen
Wir sind Freunde
*pip*

Es ist wie ein süßes Lied.
Der Freund nimmt teil an deinen Sorgen,
freut sich über deine Erfolge,
trägt mit dir deine Zweifel,
und wenn er fern ist, ist er der Seele nach da.

Freunde
Sind wir das?
Lesen zwischen den Zeilen
Untertöne spüren
Flüstern in Gesellschaft
Schwingungen fühlen
Da sein wenns brennt
Ein Bussi zwischendurch
Telefonieren unter der Dusche
Blödeln über ernste Dinge
Streiten mit einem Zwinkern
Frivole Witze erzählen
Orangen bei Grippe
Ein Bussi zwischendurch
Reden nachts um drei
Heulen vor Freude
Hysterisch werden vor Sorge
Kritik annehmen
Türen knallen
Ein Bussi zwischendurch
Sexy dessous schenken
Wohnungsschlüssel ins Auto legen
Den Freund nicht ausspannen
Ohne ein Wort – da sein im rechten Moment
Um zu trösten – Mut zu machen
Ohne zu zögern – weg sein
Wenn die Augen leuchten
Ein Bussi zwischendurch
Miteinander gut schweigen
Die letzte Zigarette schenken
Als erster den Kaffee an sich reißen
Gemeinsam blau sein –
In unserer nüchternen Welt
Ein Bussi zwischendurch
Zusammen gehören
Und doch frei sein
Umarmen bis die Luft ausgeht
*pip*

rosen1-010602d-web

Liebe/Erotik

Liebst du die Schönheit
So lieb mich nicht
Denn es gibt viele, die schöner sind als ich
Liebst du das Ansehen
So lieb mich nicht
Denn es gibt viele, die es dir besser bieten als ich
Liebst du den Reichtum
So lieb mich nicht
Denn es gibt viele, die reicher sind als ich
Doch liebst du die Liebe
So liebe mich
Denn es gibt keine, die dich so liebt wie ich
Und doch liebst du anderes
Das du mehr liebst als mich
Sonst würdest du zu mir stehen
Und es gäbe nichts, was uns trennt……
Und weil dem so ist
Und ich dir im weg steh
Drum geh ich ins ungewisse
Und es gibt nichts, was du vermisst….

Am Ende des Horizonts
brennt ein Feuer.
Ich verständige sämtliche Feuerwehren
der Umgebung
und eile mit ihnen
an den Ort des Brandes.
Dort brennt kein Haus.
Kein Stadel, kein Strohhaufen.
Dort stehst du.
Du zeigst auf dein brennendes Herz,
lächelst,
und forderst mich auf
auch das meine zu entzünden.
Ich hätte ja genug
Feuerwehren mitgebracht.
P.Turrini

blaue-froesche16-180301d-web

Tiere / Natur

Es wird die Zeit kommen, da das Verbrechen am Tier genauso geahndet wird, wie das Verbrechen am Menschen.
Leonardo da Vinci

Nach manchem Gespräch mit einem Menschen hat man den Wunsch,
einen Hund zu streicheln,
einem Affen zuzulächeln und
vor einem Elefanten den Hut zu ziehen.
Maxim Gorki

Das Lama
In dem Land des weisen Brahma
lebte jahrelang ein Lama,
dem es niemals wollte glucken,
weit im Bogen auszuspucken.
Schrecklich litt es seelisch wegen
diesem seinem Unvermögen;
und die Tränen warn ihm nah,
wenn es andre spucken sah.
Heimlich übte es im Sitzen
oder Stehn, den Mund zu spitzen,
um dann zielgerecht durch dessen
Spalt den Strahl hinauszupressen;
doch selbst in bequemster Lage
förderte es nichts zutage.
Und – so endet dieses Drama –
schließlich mußte unser Lama
vor den Thron des Brahma traben,
ohne je gespuckt zu haben.
Heinz Erhard

Die drei Spatzen
In einem leeren Haselstrauch,
da sitzen drei Spatzen, Bauch an Bauch
Der Erich rechts und links der Franz
und mittendrin der freche Hans.
Sie haben die Augen zu, ganz zu,
und obendrüber, da schneit es, hu!
Sie rücken zusammen dicht an dicht,
so warm wie Hans hat’s niemand nicht.
Sie hör’n alle drei ihrer Herzlein Gepoch.
Und wenn sie nicht weg sind, so sitzen sie noch.
Christian Morgenstern

Henne -Hahn
Da läuft ne Henne quer durchs Gras.
Denkt sich der Hahn –
– da war doch was
So läuft er hinterdrein
– Du Henne –
so halt doch endlich ein,
ich will ja nur was alle wollen.
So nimm mich doch
Mich ollen!!!

Mein liebster Hund
Ich muß es sagen – unumwunden
Odette und ich – wir haben uns gefunden.
Es war Liebe auf den ersten Blick –
für Odette und mich – ein großes Glück!
Bin froh, daß sie zu mir gekommen,
sie hat mehr gegeben – als genommen.
Sie war – bis zu ihrer letzten Stund`
ganz einfach nur – mein liebster Hund.
Der letzte Platz – tat`s noch so schmerzen,
war dann AM – und nicht nur IN meinem Herzen.
Den letzten Weg ging ich mit dir gemeinsam –
ich ließ sie nicht allein – und einsam.
Bin dankbar nur, – daß sie gewesen
und freu`mich – auf ein neues Wesen,
das kommen wird, hilflos und klein
und wieder – mein liebster Hund wird sein.
Und alle – die nach ihr gekommen,
wurden liebevoll ans Herz genommen
und sind wieder – bis zu ihrer letzten Stund`
ganz einfach nur – mein liebster Hund.
Hildegard Grießer, e.h.

feigenblaetter1-010602d-web

Anlässe

Das Ehrenamt
Willst Du froh und glücklich leben,
laß kein Ehrenamt dir geben!
Willst Du nicht zu früh ins Grab,
lehne jedes Amt gleich ab.
So ein Amt bringt niemand Ehre,
denn der Klatsch sucht scharfe Schere,
schneidet boshaft Dir schnipp-schnapp
Deine Ehre einfach ab!
Wieviel Mühe, Sorgen, Plagen,
wieviel Ärger mußt Du tragen,
gibst viel Geld aus, opferst Zeit –
und der Lohn?: Undankbarkeit!
Selbst Dein Ruf geht Dir verloren,
wirst beschmutzt vor Tür und Toren,
und es macht Dich oberfaul
jedes ungewaschne Maul.
Ohne Amt lebst Du so friedlich
und so ruhig und gemütlich,
Du sparst Kraft und Geld und Zeit,
wirst geachtet weit und breit.
Drum so rat ich Dir im Treuen,
willst Du Weib und Kind erfreuen,
soll der Kopf Dir nicht mehr brummen,
Laß das Amt doch andern Dummen!
Walt Weisse

Rezeptvorschlag
Man nehme 12 Monate, putze sie
ganz sauber von Bitterkeit,
Geiz, Pedanterie und Angst und
zerlege jeden Monat in
30 oder 31 Teile,
so daß der Vorrat genau für ein Jahr reicht.
Es wird jeder Tag einzeln angerichtet aus
1 Teil Arbeit
2 Teile Frohsinn und Humor.
Man füge 3 gehäufte Eßlöffel Optimismus,
1 Tellöffel Toleranz,
1 Körnchen Ironie und Wahrheit und
1 Prise Takt hinzu.
Dann wird die Masse sehr reichlich mit Liebe übergossen!
Das fertige Gericht schmücke man
mit Sträußchen kleiner Aufmerksamkeiten
und serviere es täglich mit Heiterkeit.

nebel03-180103d-web

Trauriges/Nachdenkliches

Zeuge der Anklage
Bei all meinen Schandtaten, Schwächen und Feigheiten
Bin ich oft Zeuge wider Willen.
Die Akten schließen sich erst im letzten Akt,
also muß ich einen Weg finden, damit zu leben.

Bloß nicht aufgeben!
Wieder mal enttäuscht
Von jemanden, zu dem ich Vertrauen hatte.
Wieder mal enttäuscht
Von etwas, in das ich Hoffnung setzte,
wieder mal enttäuscht
von mir, weil etwas nicht gelang.
Dann fühle ich mich
Wie ein ausgedörrtes Blatt,
vom letzten Herbst.
Doch es kommt ein neuer
Frühling und ein neuer Sommer!
Kristiane Allert-Wybranietz

Schauder
jetzt bist du da, dann bist du dort.
jetzt bist du nah, dann bist du fort.
kannst du`s fassen? und über eine zeit
gehen wir beide die ewigkeit
dahin – dorthin. und was blieb?….
komm, schließ die augen,
und hab mich lieb!
Christian Morgenstern

Angst
Auf der Flucht vor Deinen Ängsten
Auf der Flucht vor Deinem Ich
Auf der Flucht vor Deinem Abgrund
Vor dem tiefen Fall ins Nichts
Auf der Flucht vor Emotionen
Vor dem Schatten im Verstand
Vor vergifteten Gedanken
Hast du noch nicht erkannt
Es ist die Angst, die Angst die mit Dir spielt
Die Angst die Dich beherrscht und Dir befiehlt
Ich sag dir Angst ist nur ein Gefühl
Sie erfindet und belügt
Es ist die Angst, die Angst die mit Dir spielt
Doch Angst ist nur ein Gefühl!!
Wie man sich täuschen kann,
wenn man sich täuschen will
in einem Menschen
Wie man ihn
zu etwas Besonderem macht,
wenn man etwas Besonderes braucht.
Wie man sich
Illusionen machen kann,
wenn man die Wahrheit
nicht wahrhaben will –
bis sie dann
wie der Blitz einschlägt
in die Galerie der Wunschbilder
und nichts hinterläßt
als Schall und Rauch
und
SCHMERZ
Walter

amarant3-220901d-web

Heiteres/Bissiges

Die armen Männer
So unnütz wie Unkraut, wie Fliegen und Mücken,
So lästig wie Kopfweh und Ziehen im Rücken.
So störend wie Bauchweh und stets ein Tyrann,
Das ist dieser Halbmensch, sein Name ist “Mann”.
Er steht nur im Wege rum, zu nichts zu gebrauchen,
Ist immer am Meckern und ständig am Fauchen.
Er ist auf der Erde, ich sag’s ohne Hohn,
Vom Herrgott die größte Fehlkonstruktion.
Ein Mann wäre ohne uns Frauen verloren,
Er wär’ ohne uns nicht einmal geboren.
Erst durch unsere Hilfe, wird mit viel Bedacht,
So halbwegs ein Mensch aus dem Schlappschwanz gemacht.
Ein Mann hält sich oft für unwiderstehlich.
Und glaubt, schon ein Lächeln von ihm macht uns selig.
Stolziert wie der Hahn auf dem Mist
Und merkt dabei gar nicht, wie dusslig er ist.
Fühl ich mich unwohl und kann kaum noch gehen,
weder sitzen, liegen oder stehen,
Dann sagt er: “Komm, mach nicht so nen’ Wind”.
Doch ist er krank, dann weint er wie ein Kind.
Mit dem Maul sind sie stark, da können sie prahlen,
doch wehe, der Zahnarzt bereitet mal Qualen.
Dann sind sie doch alle, verzeiht den Vergleich
Ein Korb voller Fallobst, so faul und so weich.
Ein Mann ist ganz brauchbar, so lange er noch ledig,
Da ist er noch schlank, sein Körper athletisch.
Da ist er voll Liebe und voller Elan,
Kaum ist er verheiratet, wird nichts mehr getan.
Mit Gold und Diamanten tat er Dich beglücken,
Das kriegt heute die Freundin, hinter Deinem Rücken.
Geht er mit Dir an einer Boutique vorbei, wird schnell abgelenkt,
Und Du kriegst nur noch einen Schnellkochtopf geschenkt.
Als Jüngling wollte er andauernd kosen und küssen,
Als Ehemann will er davon gar nichts mehr wissen.
Verlangst Du Dein Recht, dann wird er gemein,
Er gibt Dir’s Gebiss und sagt: “Küss Dich allein !”
Doch pfeifen sie manchmal auch aus dem letzten Loch,
Da sind wir uns einig – wir lieben sie doch !

reif-beere2-120102d-web

Sonstiges

Eine Blume
Manchmal fühle ich mich wie eine Blume.
Ich stehe auf einem großen Feld,
ich bin eine von vielen und doch werde ich beachtet.
Es kommen Menschen vorbei, die sagen:
„Schau mal, ist die schön.“
Manche bleiben auch stehen und reden mit mir.
Ihre Begeisterung für mich ist schnell da.
Doch genauso schnell ist sie auch wieder verschwunden,
wenn sie merken, dass ich nicht immer blühe,
dass ich auch mal den Kopf hängen lasse
oder dass ich hier und da einen kleinen Fehler habe.
Dann bin ich plötzlich nicht mehr schön.
Sie drehen sich um und gehen zu einer anderen Blume.
Ich dachte immer, ich fühle mich wohl,
schließlich werde ich unter all den vielen Blumen
noch von vielen beachtet.
Ich habe es genossen,
wenn sie alle kamen und mit mir redeten.
Sie machten Pläne, versprachen so viel:
Doch was blieb mir davon?
Ich sehne mich nach einem Menschen, der MICH mag,
der sich nicht gleich zu einer anderen Blume wendet,
wenn nicht alles klappt.
Jemand, der mich für sich haben will und auch für mich da ist.
Jemand, der auch bereit ist, um mich zu kämpfen.
Jemand, der meinen Kopf anhebt, wenn ich ihn hängen lasse
Und mir gut zuredet, wenn ich mich verschließe.
Ich habe Angst,
dass jemand kommt und mich abschneidet, nur um sich für kurze Zeit an mir zu erfreuen.
Ich würde dann eingehen.
Manche haben es versucht, bis jetzt konnte ich mich wehren.
Doch bei jedem Kampf trage ich Narben davon,
Narben, die nicht heilen wollen.
Ich hoffe, es kommt bald jemand,
der mich ausgräbt und mit meinen Wurzeln mitnimmt.

Alle Fotos auf dieser Seite wurden von Werner Schmid gemacht und mir liebenswerterweise zur Veröffentlichung genehmigt.
Sie entstanden im näheren Umfeld und rundum vom LAMAHOF/Gutshof Borckenstein.

1 Kommentar zu “Gedichte und Gedanken”

  1. Eine tolle Seite,die ein rundum
    Wohlgefühl auslöst.
    Liebe Grüße
    Susanne

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